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Eine von einem Kind ausgestreckte Hand auf deren Handfläche das Wort "STOP" steht als Motiv für das Projekt: Prävention von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt

Vorgestellt: ECHT STARK – Prävention von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt

Veröffentlicht am 22.03.2023

In der Reihe „Engagement vor Ort – Projekte stellen sich vor“ stellen wir euch heute das Projekt „ECHT STARK“ vor. Das Projekt wird an der EXIN-Förderschule Zehdenick im Rahmen von Sozialarbeit an Schule (SaS) von der gemeinnützigen PuR GmbH in Kooperation mit PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH umgesetzt.

Täglich werden in Deutschland Kinder sexuell missbraucht. Betroffen sind laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) rund 1 Millionen Kinder. Damit ist jedes vierte bis fünfte Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge Opfer von sexueller Gewalt. Die Pandemie hat zusätzliche Risikofaktoren hervorgebracht und Schutz von Kindern erschwert. Deshalb müssen Mädchen und Jungen darin bestärkt werden, dass sie Grenzen setzen dürfen. Selbstbewusste und mit einer gesunden Portion Misstrauen ausgestattete Kinder haben größere Chancen, sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen, als unsichere und schüchterne Kinder.

Das Projekt legte mit der Durchführung an der EXIN-Förderschule einen Schwerpunkt auf die Zielgruppe junge Menschen mit Beeinträchtigungen, die oft im Rahmen von Beteiligung zu wenig in den Blick genommen wird. Dabei war die direkte Ansprache der jungen Menschen und ihrer begleitenden Personen wichtig, um deren Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung zu stärken.

Prävention von sexualisierter Gewalt

Schule ist besonders geeignet, den Schutz von Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt zu verbessern und betroffenen Kindern und Jugendlichen frühzeitig Hilfen zu erschließen, da hier die meisten Kinder und Jugendlichen – durch die bestehende Schulpflicht – erreicht werden. Neben der Familie ist die Schule die wichtigste Sozialisationsinstanz. Förderschulen haben eine große Bedeutung und Verantwortung für das Wahrnehmen von Signalen betroffener Kinder, für das Einleiten notwendiger Handlungsschritte zur Intervention sowie für die Prävention von sexualisierter Gewalt.

Die Jungen und Mädchen sind oft nicht in der Lage, sich selbständig Informationen zu beschaffen oder diese ohne Unterstützung zu verstehen und Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Beratungsbedarf für Kinder und Jugendliche mit Lern- oder geistiger Behinderung erfolgt in der Regel über eine Bezugsperson, und das sind meist die Pädagog*innen der Schule. Sie sind wichtige, oft die einzigen Bezugspersonen außerhalb der Familie, denen sich die Kinder anvertrauen können oder die aufmerksam werden und entsprechende Handlungsschritte einleiten könnten.

Um möglichst viele dieser vulnerablen Gruppe und deren direkte Bezugspersonen erreichen zu können, wurde die Schule Ausstellungsort für die Mitmach-Ausstellung „ECHT STARK!“.

Selbstvertrauen stärken

Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Stärkung des Selbstvertrauens: Die Schüler*innen sollen darin gestärkt werden, ihre individuellen Gefühle und Grenzen wahrzunehmen und diese zu äußern, sie sollen sich ihrer Rechte bewusst werden und lernen, dass es richtig und wichtig ist, sich in bestimmten Situationen Hilfe zu holen und „Nein!“ zu sagen. Die Mädchen und Jungen sollen in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und lernen, dass sie einmalig und wertvoll sind. Sie sollen befähigt werden, Grenzverletzungen als solche wahrzunehmen und Wege zu finden, sich auf ihre Weise einer Person ihres Vertrauens mitzuteilen.

Wirksame und nachhaltige Prävention ist eine Erziehungshaltung, die kontinuierlich wirkt und Kinder in ihrem Selbstvertrauen stärkt und sie kindgerecht informiert. Eltern, Pädagogen und Pädagoginnen sowie Lehrkräfte sind gefordert, die Kinder in ihrer Individualität ernst zu nehmen und zu bestärken. So tragen sie langfristig dazu bei, sexualisierte Gewalt zu verhindern und einen eventuell bestehenden Missbrauch möglichst frühzeitig zu entdecken und beenden.

Die Befürchtung, dass Kinder durch Prävention eine negative Einstellung zur Sexualität entwickeln, lässt sich entkräften, wenn Prävention auf der Basis einer umfassenden altersadäquaten Sexualerziehung stattfindet. Eine bejahende Einstellung zur Sexualität ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, »Nein« zu sagen, wenn Grenzen überschritten werden. Eine positive Sexualerziehung ist somit integraler und grundlegender Bestandteil von Prävention.

Prävention und Inklusion

Die Mitmach-Ausstellung „ECHT STARK!“ basiert auf der Ausstellung für Kinder im Grundschulalter („ECHT KLASSE!“) und wurde für Kinder mit Förderbedarf vereinfacht. „ECHT STARK!“ richtet sich somit an Mädchen und Jungen mit Lernschwierigkeiten bzw. geistiger Behinderung. In Form eines Mitmach-Parcours gibt es sechs Stationen, an denen die Kinder und Jugendlichen sich spielerisch, handlungsorientiert und ihrem Entwicklungsstand entsprechend mit einzelnen Präventionsbausteinen vertraut machen können.

Außerdem richtet sich dieses Projekt auch an die Fachkräfte (pädagogische Unterrichtshilfe, Einzelfallhilfe, Lehrer*innen) von Förderschulen sowie Eltern und Sorgeberechtigte, um inklusiv und ganzheitlich wirken zu können.


PuR gGmbH
PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH


Auch dein Projekt für Inklusion (an Schulen) unterstützen wir mit Fördermitteln und Öffentlichkeitsarbeit:

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