Partnerschaft für Oberhavel, DGB und lokale Initiativen wollen Austausch ausbauen.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen mitreden, mitgestalten und Verantwortung übernehmen – im Betrieb, in der Ausbildung, in der Schule, im Verein, in der Nachbarschaft oder im politischen Raum.
Wer mitgestaltet, stärkt das Miteinander. Und genau darum geht es in Oberhavel.
Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – in Betrieben, Schulen und im Alltag
Anlässlich der Kundgebung zum 1. Mai kamen die Partnerschaft für Demokratie Oberhavel, der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) – DGB-Kreisverband Oberhavel und die Omas gegen Rechts miteinander ins Gespräch. Dabei wurde deutlich: Demokratie muss nicht nur auf Demonstrationen oder in Parlamenten verteidigt werden – sondern auch im Alltag, in Schulen, Vereinen und insbesondere in den Betrieben.
Die Partnerschaft für Demokratie Oberhavel vernetzt Initiativen, Verwaltung und engagierte Menschen im Landkreis. Ziel ist es, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, Menschen zu beteiligen und ein respektvolles Miteinander zu unterstützen. Gefördert wird die Arbeit über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Ein wichtiger Partner dabei ist der DGB-Kreisverband Oberhavel. Denn Gewerkschaften und Demokratie gehören eng zusammen: Betriebsräte, Mitbestimmung und solidarisches Handeln sind gelebte Demokratie im Arbeitsalltag vieler Menschen.
Deshalb will die Partnerschaft künftig noch stärker mit Unternehmen und Beschäftigten ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit Betriebsräten aus Oberhavel soll darüber gesprochen werden, wie Demokratie in Betrieben erlebt wird, welche Herausforderungen es im Miteinander gibt und wie man antidemokratischen Entwicklungen entgegentreten kann.
„Demokratieförderung ist kein reines Jugendthema“, betonte die Partnerschaft im Interview. Gerade Unternehmen und Arbeitsorte seien wichtige gesellschaftliche Räume, in denen demokratische Kultur gestärkt werden müsse.
Gleichzeitig wurde auf die schwierigen Rahmenbedingungen lokaler Demokratiearbeit hingewiesen. Immer mehr Bürokratie, fehlende politische Rückendeckung und Kürzungsdebatten im Bereich der Jugend(sozial)arbeit erschweren die präventive Arbeit vor Ort. Dabei sei gerade diese Arbeit systemrelevant für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen mitreden können
Warum DGB und Partnerschaft für Demokratie Oberhavel zusammenarbeiten?
Gewerkschaften und Demokratie gehören eng zusammen. Doch die Zusammenarbeit zwischen DGB und Partnerschaft für Demokratie geht inzwischen über Grundsatzfragen hinaus.
Geplant ist unter anderem ein stärkerer Austausch mit Betriebsräten in der Region Oberhavel. Hintergrund ist, dass demokratische Strukturen nicht nur in Schulen oder Jugendprojekten entstehen, sondern auch in der Arbeitswelt täglich gelebt werden.
In Betrieben gibt es Mitbestimmung, Interessenvertretung und Aushandlungsprozesse – genau dort, wo Menschen miteinander arbeiten und Entscheidungen treffen.
Die Idee: Nach den kommenden Betriebsratswahlen sollen Betriebsräte aus Oberhavel eingeladen werden, um gemeinsam mit der Partnerschaft für Demokratie über Erfahrungen und Herausforderungen ins Gespräch zu kommen.
Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt wie:
- Wie wird das Miteinander im Betrieb erlebt?
- Wo entstehen Konflikte oder Spannungen?
- Welche Rolle spielen Mitbestimmung und Beteiligung im Alltag?
- Wie kann man antidemokratischen Tendenzen frühzeitig begegnen?
Ziel ist es, die Arbeitswelt stärker als Ort gesellschaftlicher Beteiligung sichtbar zu machen – nicht nur in Industrie, sondern auch in Handwerk, Dienstleistung, Pflege, Verwaltung und Ausbildung.
Deshalb soll der Austausch mit Beschäftigten, Auszubildenden und Betriebsräten künftig weiter ausgebaut werden. Gemeinsam soll darüber gesprochen werden, wie sich das Miteinander am Arbeitsplatz verändert, welche Konflikte Menschen beschäftigen und wie man respektvoll im Gespräch bleiben kann.

